Glossar
Aktienindex
Kennzahl für die Kursentwicklung am Aktienmarkt insgesamt oder für einzelne Aktiengruppen. Bekannte Aktienindizes sind beispielsweise der Dow-Jones für Werte, die an der New Yorker Börse gehandelt werden, oder der deutsche DAX. Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s hat einen eigenen Börsenindex erarbeitet, den S&P500, der sich aus 500 Werten aus verschiedene Branchen zusammensetzt und der somit eine weit größere Breite widerspiegelt als der Dow-Jones, der auf 65 Werten basiert.
Bookbuilding
In einem festgelegten Zeitraum dient dieses Verfahren der Festlegung des Emissionspreises von Aktien. Geht ein Unternehmen an die Börse, können Interessenten innerhalb einer vorgegebenen Preisspanne, der Bookbuilding-Spanne, Angebote (Zeichnungsangebote) abgeben. Ist die Nachfrage hoch, so wird sich der Emissionspreis im oberen Bereich der Bookbuilding-Spanne bewegen. Bei geringer Nachfrage wird der Emissionspreis dementsprechend niedriger ausfallen.
Bulle und Bär
Stehen in der Börsen-Sprache für steigende oder fallende Kurse. Ein Bulle ist ein Börsen-Optimist, der bei seiner Anlagestrategie von steigenden Kursen ausgeht, im Gegensatz zu einem Bären, der auf fallende Kurse und auf Profite daraus hofft. Man bezeichnet beispielsweise auch einen Aktienmarkt als „bullish“ („bullisch“), wenn einer hohen Nachfrage ein niedriges Angebot gegenüber steht, wodurch die Aktienpreise steigen. Wie die Symbolik entstanden ist, ist nicht bekannt. Eine gängige Erklärung: Ein Bulle stößt mit seinen Hörnern die Kurse nach oben, während der Bär sie mit seinen Tatzen nach unten drückt.
Dividende
Gewinnanteile der Aktionäre von Aktiengesellschaften. Die Höhe der Auszahlung wird auf der Hauptversammlung der Aktionäre festgelegt, am Tag danach wird in Deutschland dann die Dividende ausgezahlt.
Equity Story
Erfolgsformel eines Unternehmens, die den Grund dafür liefert, warum man eine Aktie kaufen soll. Gerade bei Neuemissionen muss das Unternehmen den potenziellen Investoren die Besonderheit des Geschäftsmodells prägnant erklären.
Frankfurter Wertpapierbörse
Die Frankfurter Wertpapierbörse ist die bedeutendste Börse Deutschlands mit Sitz in Frankfurt am Main.
Greenshoe-Option
Bezeichnet die Option der Konsortialbanken, bis zum Ablauf des Stabilisierungszeitraums zusätzliche Aktien vom Abgebenden Aktionär im Umfang von bis zu 15% des Angebotsvolumens zu erwerben. Die Greenshoe-Option endet 30 Kalendertage nach Aufnahme der Börsennotierung der Aktien.
Institutionelle Anleger
Kapitalsammelstellen, zum Beispiel Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften, aber auch Unternehmen, die ihre Pensionskassen in Wertpapiere anlegen oder ihre Fremdwährungsbestände absichern.
Investmentfonds
Sondervermögen, mittels dessen eine Investmentgesellschaft Geld von Kapitalanlegern nach dem Grundsatz der Risikomischung und mit dem Ziel der Vermehrung Wertpapiergeschäfte tätigt. Verluste bei einer Aktie können durch Gewinne von anderen Aktien ausgeglichen werden.
Investor Relations
Die aktive Pflege der Beziehung zwischen dem Unternehmen und seinen Anteilseignern (auch potenziellen). Das Ziel dabei ist, durch gezielte Information die Kapitalanleger zu veranlassen, in das betreffende Unternehmen zu investieren beziehungsweise ihr bereits bestehendes Investment fortzuführen.
Konsortialbank (Emissionsbank)
Bank, die eine Wertpapieremission begleitet; Konsortialbanken unterstützen Emittenten bei der Emission von Wertpapieren. Sie übernehmen zusammen mit dem Emittenten die Prospekthaftung.
Prime Standard:
Der Prime Standard ist das Zulassungssegment für Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse, die sich international positionieren wollen. Im Prime Standard müssen Aktiengesellschaften über das Maß des General Standard hinausgehende internationale Transparenzanforderungen erfüllen. Dazu gehören:
- Quartalsweise Berichterstattung in deutscher und englischer Sprache
- Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards (IFRS/IAS oder US-GAAP)
- Veröffentlichung eines Unternehmenskalenders
- Durchführung mindestens einer Analystenkonferenz pro Jahr
- Ad-hoc-Mitteilungen auch in englischer Sprache
Stabilisierungszeitraum
Zeitraum vom Zeitpunkt der Aufnahme der Börsennotierung der Aktien der Gesellschaft im amtlichen Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse bis zum dreißigsten Kalendertag nach diesem Zeitpunkt, in welchem Stabilisierungsmaßnahmen zulässig sind.
Überzeichnung
Wertpapieremission, bei der die Nachfrage die Menge neu emittierter Wertpapiere übersteigt.
XETRA-Handelssystem
Bei Xetra handelt es sich um ein elektronisches Handelssystem der Deutsche Börse AG für den Kassamarkt.
QUELLEN: BOERSE.DE, DEUTSCHE-BOERSE.DE, VAHLEN FINANZLEXIKON, DTV FINANZ- UND BÖRSENLEXIKON